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Die Aufgabe der Nebenschilddrüse

Allgemeines

Die Nebenschilddrüsen, auch Epithelkörperchen, ist eine Hormondrüse, welche sich beim Menschen an der Rückseite der Schilddrüse im Halsbereich befindet. Trotz der nahen Lage zur Schilddrüse und der geringen Größe, ungefähr einer Linse, ist es ein eigenständig arbeitendes Organ.

Die Anzahl der Nebenschilddrüsen variiert von Mensch zu Mensch sehr stark. Gewöhnlich besitzt ein Mensch vier Nebenschilddrüsen, zwei an den oberen und zwei an den unteren Polen der Schilddrüse. Dennoch kommt es bei 10% der Menschen vor, dass sie mehr als vier Nebenschilddrüsen, besitzen.

Lebenswichtige Aufgaben

Die Nebenschilddrüsen sind verantwortlich für die Produktion des sogenannten Parathormons, welches den Phosphat- und Calciumhaushalt reguliert. Dieses Hormon senkt die Phosphatmenge und erhöht die Menge von Calcium im Blut. So hat es direkte Wirkung auf den Knochenstoffwechsel und die Niere. Calcium muss stetig auf einen bestimmten Normbereich konstant gehalten werden, da es für die Muskelkontraktion, der Leitung von Nervenimpulsen, beim Zellstoffwechsel und bei der Blutgerinnung von extremer Wichtigkeit ist.

Primäre und sekundäre Hyperparathyreoidismus

Bei einer Regulationsstörung der Nebenschilddrüsen und der vermehrten Bildung von Parathormon spricht man von Nebenschilddrüsenunterfunktion bzw. Hyperparathyreoidismus. Daraus folgend entsteht eine vermehrte Calcium-Freisetzung, welche den Abbau der Knochensubstanz zu Folge hat.

Bei einem gutartigen Knoten, einem Adenom, an der Nebenschilddrüse spricht man vom primären Hyperparathyreoidismus. Erkrankte haben einen erhöhten Parathormon-Spiegel und erhöhtes Serum-Calcium. Bei einem erhöhten Calcium-Spiegel fühlen sich die Patienten müde, schlapp und abgespannt. Es kommt zu mittleren bis starken Gelenkschmerzen, Magengeschwüren bis hin zu Nierensteinbildung. Außerdem neigen die Knochen eher zu leichteren Brüchen.

Mit einer operativen Entfernung des Knotens wird gegen diese Erkrankung vorgegangen. Bei geringfügig erhöhtem Serum-Calcium wird der Krankheitsverlauf lediglich durch Untersuchungen und regelmäßigen Kontrollen beobachtet.
Das Medikament Cinacalcet, welches die Bildung von Parathormon hemmt, wird stark Erkrankten verschrieben.

Von sekundärem Hyperparathyreoidismus spricht man, wenn ein erhöhter Parathormon-Spiegel bei niedrigem Calciumgehalt herrscht. Ursachen dafür ist häufig eine chronische Nierenerkrankung. Diese Erkrankung wird behandelt mit der Verabreichung von Vitamin D, phosphatbindenen Medikamenten und ebenfalls dem Medikament Cinacalcet.

Festgestellt werden können diese Nierenerkrankungen durch der Prüfung des Calcium- und Parathormonspiegels mit Hilfe einer Blutentnahme oder einer Ultraschalluntersuchung am Hals, um die Epithelkörperchen zu untersuchen.

Auftretende Nierensteine oder Knochenschwund sind erste Symptome, auf die jeder Arzt mit den Untersuchungen eingeht.